DIALOG AUF AUGENHÖHE


Karl Josef Boussard / Dipl.-Ing. / Autor





Karl Josef Boussard
geboren 1948
Diplom-Ingenieur (FH)
Ausbildungsleiter (a.D.)
Autor
Hobbies: Laufen, Lesen, Kochen


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Süddeutsche Zeitung, 20. Februar 2017 Deutschland hängt an traditionellem Familienmodell

Eine aktuelle OECD Studie untersuchte die partnerschaftliche Aufgabenverteilung in Beruf und Familie. Die Autorin des Artikels beschreibt folgende Ergebnisse:

  • Deutschlands Frauen tragen europaweit am wenigsten zum Familieneinkommen bei.
  • In den letzten 15 Jahren stieg die Erwerbstätigenquote der Frauen von 58 auf 69,5 Prozent.
  • Das Modell des männlichen Allein- oder Hauptverdieners ist in Deutschland weiterhin  vorherrschend.
  • Die meisten Mütter arbeiten in Teilzeit.

 Die Empfehlungen der Studie

  • Väter ermutigen in Elternzeit zu gehen
  • Es fehlen Betreuungsangebote
  • Anspruch auf Rückkehr zur Vollzeit nach der Babypause erwirken

Alleine die Überschrift des SZ Artikels klingt  schon althergebracht. Unsere Gesellschaft bewegt sich in einer Übergangsphase zu einem gleichberechtigten Partnerschaftsmodell. Es hat sich einiges verändert, aber die Ziele sind noch längst nicht erreicht. Gerade die jüngere Generation lernt mit neuen sozialen Rollen umzugehen. Sie braucht jedoch die Unterstützung von Staat und Wirtschaft. Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann nur gelingen, wenn die Arbeitswelt familiäre Abläufe ernsthaft berücksichtigt. 

 


Eltern fehlen immer öfter elementare Kenntnisse in Erziehungsfragen

...Sie wissen nicht, wie sie mit ihren Kindern umgehen sollen, wie man den Alltag strukturiert, was Familienleben überhaupt bedeutet.

...Wir haben es mit Menschen zu tun, die selbst schon Familie nicht mehr erlebt haben.

...Es müssen einfachste Dinge vermittelt werden: morgens rechtzeitig aufstehen, Zähne putzen, Schulbrote machen, gemeinsam essen, abends ein Buch vorlesen.

...Diese Orientierungslosigkeit beschränkt sich aber nicht auf sozial schwache Familien. Auch Familien der Mittelschicht sind verunsichert und rufen das Jugendamt um Hilfe an.

Auszug „Wie man ein Schulbrot macht“ – Publik Forum Nr 22/2011

 

Wer fordert die Erziehungspflicht der Eltern ein?


Wir kümmern uns zu wenig

Warum sind so viele Jugendliche nicht reif für die Ausbildung? Wer ist dafür verantwortlich? Der Autor und langjährige Ausbildungsleiter Karl Josef Boussard gibt  in seinem neuen Buch „Den Absprung wagen“ unbequeme Antworten auf diese Fragen.

Karl Josef Boussard hat am Montag den 19. September im Ratssaal der Gemeinde Nohfelden sein neues Buch„Den Absprung wagen“ vorgestellt und dabei insbesondere den Aspekt der Ausbildungsreife beleuchtet.Der Autor kann auf eine lange berufliche Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen zurückgreifen. „Junge Menschen brauchen auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit Unterstützung. Und sie sind so wie wir Erwachsene sie zulassen.“ Seiner Meinung nach laufen alle schulischen und beruflichen Rezepte ohne Ursachenforschung ins Leere. Mangelnde Ausbildungsreife kommt nicht von ungefähr, da schlechte Vorbilder in der Familie die Entwicklung der Persönlichkeit von Kindern belasten. Vorhandene Defizite können anschließend von Erzieherinnen, Lehrkräften und Ausbildern nur bedingt und unter großem Aufwand aufgearbeitet werden. Unseren Schulen muss es gelingen die Anwendung des Wissens  für den Alltag besser vorzubereiten.

In der anschließenden Diskussion stellt Bürgermeister Andreas Veit fest, dass vielen Bewerbern ein angemessenes Interesse an der Stelle fehlt, auf die sie sich beworben haben. Es sei auch festzustellen, dass Bewerber mit einem höheren Schulabschluss und durchweg guten Noten oft weniger gut vorbereitet sind, als Bewerber mit einem schlechteren Abschluss. Die Gemeindeverwaltung ziehe Bewerber vor, deren Gesamteindruck überzeugt. Man wähle auch bewusst Bewerber aus, die großes Engagement erwarten lassen, obwohl sie aufgrund von Einschränkungen schulische Defizite aufwiesen. Das ist ein gutes Beispiel für soziale Verantwortung. Der abschließende Appell des Autors: „Viele Bürger wollen einfach nicht verstehen, dass gesellschaftliche Probleme alle Individuen angehen. Verantwortungsbewusste  Bürger sitzen nicht nur zu Hause auf der Couch. Sie mischen sich ein und beteiligen sich bei lokalen Themen.“