DIALOG AUF AUGENHÖHE


Karl Josef Boussard / Dipl.-Ing. / Autor





Karl Josef Boussard
geboren 1948
Diplom-Ingenieur (FH)
Ausbildungsleiter (a.D.)
Autor
Hobbies: Laufen, Lesen, Kochen


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Buchvorstellung auf der ehemaligen Grube Reden

Am Freitag den 10. April habe ich mein neues Buch "Die Erben der Hartfüßler" vorgestellt. Über 130 Gäste fanden den Weg in die Lampenstube der ehemaligen Grube Reden. Ein schönes Ambiente um über den beruflichen Alltag der saarländischen Bergleute zu berichten. Das Buch inklusive einer Begleit-CD kann auf meiner Homepage unter "Bücher" bestellt werden. 


Heile Ausbildungswelt?

In einem Artikel vom 13. März bezieht sich die Saarbrücker Zeitung auf Informationen des Handelsblattes: Die Zahl der angebotenen Lehrstellen sank um 2,4 Prozent und die Zahl der Betriebe, die noch ausbilden, ist auf 21,7 Prozent gesunken.

Fast parallel heißt es in einer Pressemitteilung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages DIHK: Das Angebot der Unternehmen an Ausbildungsplätzen ist weitgehend stabil. Aber es gibt immer weniger ausbildungsreife  Jugendliche, nicht zuletzt wegen der demografischen Entwicklung.

Man hört sehr oft den Begriff des passgenauen Ausbildungsplatzes. Gemeint sind damit Motivation und Kompetenzen der Jugendlichen in Übereinstimmung mit den Erwartungen der Betriebe. Meistens bleibt es bei dieser Wunschvorstellung.  Dabei setzt genau an dieser Schnittstelle die Aufgabe der verantwortlichen Akteure an. Jugendliche müssen auf das Berufsleben gut vorbereitet werden und Betriebe können sich auf Dauer nicht nur hinter dem Argument Ausbildungsreife verstecken. Beim Vergleich obiger Stellungnahmen des Handelsblattes – Quelle: Berufsbildungsbericht – und des DIHK muss man aber feststellen, dass es ebenfalls an der Passgenauigkeit mangelt.

 

 


Pressemitteilung: Chancen genutzt, Herausforderungen angegangen

Die Akteure des Ausbildungspaktes Deutschlands nehmen eine positive Zwischenbewertung vor. In der Pressemitteilung vom 06. Februar werden die Ausbildungschancen für viele junge Menschen in den Jahren 2011 und 2012 als gut beschrieben. Alleine diese Formulierung macht deutlich, dass es nach wie vor nicht gelingt alle Jugendlichen zu erreichen. Weiterhin werden abgeschlossene Ausbildungsverträge mit der Anzahl des Vorjahrs verglichen und Bewerber in berufsvorbereitenden Maßnahmen gelten als versorgt.

Immerhin zählt die Abstimmung betrieblicher Angebote und die Nachfrage der Jugendlichen als Herausforderung der Zukunft. Hier muss der Hebel angesetzt werden. Ein Gelingen hängt aber von der Bereitschaft der Ausbildungsbetriebe sich auf die Lebenswelten junger Menschen einzulassen und mangelnde Ausbildungsreife als gesellschaftliches Problem zu erkennen, ab.

 

 


Ausbildungsmängel haben viele Ursachen

Jugend zwischen Ausbildungsreife und Aussichtslosigkeit? Exakt diese Bandbreite meint Thomas Sponticcia, wenn er von jungen Verlierern spricht. Seit einigen Jahren besuche ich als ehemaliger Ausbildungsleiter Schulen und diskutiere mit Jugendlichen über die Notwendigkeit eines Schulabschlusses und einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Mangelnde Ausbildungsreife ist das Ergebnis einer Ursachenkette. Jungen Menschen fehlt es oft an sozialen Kompetenzen und an grundsätzlichem Wissen über die Arbeitswelt. Diese Entwicklung beginnt in der Tat im Elternhaus und setzt sich in schulischen Einrichtungen sowie Institutionen fort. Solange ein Drittel eines allgemein bildenden Jahrgangs den Übergang zum Beruf mit  einer berufsvorbereitenden Maßnahme  beginnt,  läuft etwas falsch. Den Akteuren kann man Bemühungen nicht absprechen, aber die Ergebnisse stimmen nicht.  Junge Menschen brauchen Unterstützung von ihren Eltern, Förderung ihrer Stärken und eine motivierende Berufsorientierung. Und Betriebe sind gefordert, Schwächeren eine Chance zu geben. Die Alltagstüchtigkeit junger Menschen ist ein politischer und gesellschaftlicher Handlungsauftrag! Die Alltagstüchtigkeit junger Menschen ist ein gesellschaftlicher Handlungsauftrag!

Dieser Leserbrief von mir veröffentlichte die Saarbrücker Zeitung am 19.Januar 2013.


Mein neues Buchprojekt

Im Frühjahr 2013 möchte ich mein drittes Sachbuch veröffentlichen.

Arbeitstitel: Ressource Kohle – Ressource Mensch.

Aus Anlass des 2012 beendeten Bergbaus im Saarland habe ich mich intensiv mit dem Leben der Bergleute in der langen Epoche des Bergbaus beschäftigt. Zu Beginn der Gewinnung von Kohle unter staatlicher Verwaltung arbeiteten noch Leibeigene für die jeweiligen Fürsten. Der Weg zur persönlichen Freiheit war sehr lange und oft schmerzlich. Die Ära ist zu Ende. Wie geht es weiter im Saarland, was bleibt vom Bergbau? Diese und weitere Fragen werde ich in diesem Buch beantworten und viele Zeitzeugen geben ein beredtes Zeugnis dieser, für das Saarland so wichtigen Branche im 20. Jahrhundert ab.

 


Leserbrief zum Übergang Schule/Beruf

Heute ist mein Leserbrief zum Thema Übergang Schule/Beruf  im Regionalteil St. Wendel der Saarbrücker Zeitung erschienen. Ich beziehe mich dabei auf einen Artikel vom 20. Dezember 2012, der über eine Fachtagung vom 29. November berichtete.

Jungen Menschen Perspektiven schaffen (Meine Überschrift: Der Landrat zeigt Flagge)

Dieser Artikel zum Übergang Schule in den Beruf geht uns alle an. Wir reden hier von einem gesellschaftlichen Kernproblem, vermeiden es aber bisher, die Ursachen zu erkunden. Die Fakten: Knapp sieben Prozent der Jugendlichen verlassen die Schule ohne Abschluss, und ein Drittel eines allgemein bildenden Jahrgangs nimmt an einer berufsvorbereitenden Maßnahme teil. Das gilt für Bund und Land. Die Bemühungen aller beteiligten Akteure sind unumstritten, aber der Glaube an den Erfolg fehlt mir. Ich vermisse eine eindeutige Zuständigkeit in dieser wichtigen Frage. Deshalb ist es zu begrüßen, dass der Landrat für eine steuernde Funktion im Landkreis St. Wendel einsteht. Junge Menschenb brauchen Perspektiven, und wir Erwachsene haben ihnen gegenüber eine Verantwortung. Die Medien können mit mehr Präsenz zu diesen Fragen auch zum Erfolg beitragen.


Hauptschüler werden komplett abgehängt

Diese Überschrift eines Artikels der Saarbrücker Zeitung vom 17. Dezember trifft genau den Punkt. Michael Hartmann, Professor der Soziologie sieht im Hauptschulabschluss das größte Problem im deutschen Schulsystem.

In der Tat gibt es nur noch wenige Berufe mit Chancen auf einen Ausbildungsplatz für diese Zielgruppe. Wenn ich bei Betrieben nachfrage, ob sie Hauptschüler einstellen, erhalte ich fast immer folgende Antwort: Im Prinzip ja, aber...

Es kann eigentlich nicht sein, dass junge Menschen bereits an falschen gesellschaftspolitischen Weichenstellungen scheitern. Hier besteht dringender  Handlungsbedarf.


Handwerk sucht Ausländer

„Das Handwerk sucht händeringend Nachwuchs. 14.000 Plätze sind noch unbesetzt.“ So beginnt ein Artikel in der Saarbrücker Zeitung am 12. November. Dabei denkt das Präsidium an Zugänge aus Spanien und Portugal und an verstärkte Werbung bei Migranten. Zugegeben: Jeder Jugendliche muss die Chance auf eine Ausbildung haben und es ist schlimm genug, dass in den genannten Ländern eine hohe Jugendarbeitslosigkeit herrscht. Wir haben aber auch in Deutschland gravierende Probleme, die man offenbar nicht sehen will. Laut einer DGB Expertise vom 01. November befinden sich fast 300.000 Jugendliche in einer Warteschleife beim Übergang von der Schule in den Beruf. Hier gilt es zunächst einmal anzusetzen und dieser Zielgruppe eine Perspektive aufzuzeigen.  Die im Zeitungsartikel beschriebene Öffnung zu Migranten ist auch keine neue Erkenntnis. Auch sie brauchen Perspektiven. Dazu muss man sich aber zunächst einmal die Frage stellen, warum diese Jugendlichen bisher kaum erreicht werden.

 


Betriebe halten an dualer Ausbildung fest

Auszug Pressemitteilung des Bundesinstitutes für Berufsbildung vom 11.Oktober 2012: Mehr als ein Drittel der knapp 470.000 ausbildenden Betriebe in Deutschland hat inzwischen große Schwierigkeiten bei der Besetzung seiner Ausbildungsstellen. Der demografische Wandel und die Tendenz von Schulabgängern zu höheren Schulabschlüssen wirken sich unterschiedlich aus. Insbesondere für folgende Betriebe werden die bereits bestehenden Probleme bei der Suche nach Bewerbern eher noch zunehmen. Handwerksbetriebe, Kleinstbetriebe und kleinere mittelständische Betriebe mit weniger als 20 Beschäftigten, Betriebe mit einem Ausbildungsstellenangebot in Berufen, die Jugendlichen zu wenig bekannt sind...


Qualitätssicherung der beruflichen Bildung

Der Vizepräsident des Bundesinstituts für Berufsbildung BIBB fordert eine Kultur der Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung. Recht hat er. Alle Akteure sind gefordert. Aber die Rahmenbedingungen sind mir zu allgemein gehalten. Das Bildungssystem muss so gestaltet werden, dass alle Jugendliche ihre Fähigkeiten entwickeln können. Hier ist noch eine Menge Luft nach oben.